Die Menschheit hat Corona – die Welt hat Homo sapiens

Schwere Not in Deutschland und weltweit. Wir haben einen neuen Virus. Wir bleiben Zuhause, fahren weitgehend alles runter. Was Besseres konnte uns nicht passieren: ein Himmel ohne Kondensschleier, eine nie gekannte Ruhe macht sich breit. Wir müssen stillhalten, dürfen uns auf das Wesentliche besinnen. Wie nutzen wir diese Zeit? Wie geht es weiter nach der Corona-Krise?

 

„Wir werden diese Herausforderung gemeinsam schultern und hoffentlich bald wieder zur Normalität zurückkehren.“

Angela Merkel, im allgemeinen Tenor mit nahezu allen politischen Führern

 

Ich persönlich möchte nicht in diesen, Normalität genannten, Wahnsinn zurückkehren. Er ist im höchsten Maße selbstzerstörerisch und viel gefährlicher als Covid 19. Ich möchte die Gunst der Stunde nutzen, um die viel schwerere Erkrankung, die wirklich alle betrifft, zu benennen. Dies ist ein Weckruf, um die eigentliche Gefahr zu sehen und entschlossen zu reagieren.

 

Corona als Warnschuss

 

Ich sehe diesen Virus als Warnschuss. Denn wir rasen mit hoher Geschwindigkeit auf einen Abgrund zu, gegen den die derzeitige Krise nur eine sanfte Mulde ist. Auch der viel diskutierte Klimawandel ist nur Teil einer viel größeren Katastrophe:

Wir befinden uns in einem Massenaussterben, wie es das zuletzt vor 66 Millionen Jahren gegeben hat.  Es ist der 6. große Faunenschnitt in der Erdgeschichte. Dies ist wissenschaftlich unumstritten.

 

  • Er verläuft so rasant, wie keiner zuvor.  Die Aussterberate liegt 1000 Mal höher als das natürliche sogenannte Hintergrundsterben.
  • In den letzten 50 Jahren hat die Erde die Hälfte ihrer Wälder verloren.
  • Die Gesamtzahl der wildlebenden Säugetiere ist um zwei Drittel gesunken.
  • Seit 1989 sind in Deutschland 76% der Fluginsekten verschwunden.
  • In 50 Jahren wird das Gewicht von eingetragenem Plastik die Biomasse der Meereslebewesen übersteigen.
  • Fast alle indigenen Naturvölker wurden oder werden immer noch vernichtet, wahlweise „zivilisiert“.

 

Die Grenzen des Wachstums

 

Trotz vieler Warnungen, sowohl von weisen Menschen als auch von hochintellektuellen Wissenschaftlern, folgt die Menschheit einem System, dessen unweigerliches Ende mit einem totalen Kollaps einhergehen wird, wenn wir es nicht vorher stoppen. Schon Karl Marx hat dies berechnet, der Club of Rome hat es mit seiner 1972 veröffentlichen Studie „Die Grenzen des Wachstums“ bestätigt. Alle Prognosen sind bislang eingetreten.

Jedem erwachsenen, vernünftig denkenden Menschen muss klar sein, dass es kein „immer Mehr“ geben kann. Jedes Wachstum auf Erden ist begrenzt.

Mittlerweile sind zwei Drittel der Landflächen vom Menschen umgestaltet worden. Mit Beton versiegelt, mit Dünger versalzen und mit Monokulturen besetzt. Die Meere sind maßlos überfischt. Unsere Gesamtpopulation beträgt 7 Milliarden. Das sind 6 Milliarden mehr Menschen als noch vor 200 Jahren. Ende dieses Jahrhunderts sollen es 10 Milliarden sein. Und nahezu alle wollen das haben, was wir in der westlichen Welt für selbstverständlich halten. Dafür aber sind die Ressourcen von 7 Erdplaneten erforderlich!

  

Die Erde lebt

 

Nach der Gaia-Hypothese der Mikrobiologin Lynn Margulis und dem Chemiker, Biophysiker und Mediziner James Lovelock ist die Erde so etwas wie ein Gesamtorganismus. Sie besteht wie unser Körper aus Abermilliarden Lebewesen. Die sogenannte Biosphäre. Alles spielt zusammen und steigert die Vitalität des Ganzen. Indigene Völker auf der ganzen Welt sprachen intuitiv von Mutter Erde. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Wie der Häuptling Seattle in seiner berühmten Rede vor dem amerikanischen Kongress sagte: „Was wir der Erde antun, tun wir uns selbst an.“ Seine Worte wurden in ihrer Tragweite bis heute nicht verstanden und kaum beherzigt.

  

Ein provokantes Gedankenspiel

 

Man könnte das Corona-Phänomen auch mal so sehen: Die Erde hat Homo sapiens. Sie sendet ihre Abwehrkräfte aus, um den Befall zu lindern. Ist es human, etwas so zu formulieren? Darf man das?

Ich finde ja! Denn es soll helfen zu verstehen, dass wir uns radikal und schnell ändern müssen, um die Erde als Lebensraum für nachfolgende Generationen und alle Arten zu bewahren, die hier naturgemäß Zuhause sind. Wir alle sind die Risikogruppe!

 

Wenn nicht jetzt, wann dann?

 

Täglich sterben in der dritten Welt 100.000 Menschen an Hunger. Wann schreien wir deswegen auf? Wie können wir klagen, wenn unsere Greise an Lungenentzündung sterben, während anderswo die Kinder verhungern, weil wir im maßlosen Überfluss leben? Wie können wir das eine so schwer wiegen, und das andere schlichtweg ignorieren?

Das ist der schizophrene Wahnsinn, den ich meine.

Unser gesamtes tagtägliches Streben ergibt keinen Sinn für uns Menschheit als Ganzes, wenn wir damit die Lebensgrundlage Erde zerstören. Wir alle müssen uns nun ehrlich fragen:

  • Mit was verdienen wir unser Geld? Wem oder was dienen wir dabei?
  • Was finanzieren wir damit? Was konsumieren wir?
  • Wollen wir für unsere Kinder und Kindeskinder eine bewohnbare Erde?
  • Was sind wir bereit dafür zu verändern?

Vieles ist nicht mehr umkehrbar. Der Mensch hat eine Lawine ins Rollen gebracht, die nicht einfach zu stoppen ist. Wir können und müssen die negativen Folgen jedoch abmildern. Dafür ist sofortiges und entschlossenes Handeln notwendig. Es kann nichts Dringenderes geben!

Der jetzigen politischen Führung allein ist dies nicht zuzutrauen. Die Wirtschaftsbosse und die großen Kapitalgesellschaften, welche immer mehr auch die Politik lenken (siehe Donald Trump in den USA, Putin in Russland, Bolsenaro in Brasilien oder der BDI in Deutschland), werden alternativloses Wachstum propagieren, bis alles explodiert.

Die Veränderungen müssen aus dem Volk und von unabhängigen Wissenschaftlern ausgehen. Bauern und Landwirte müssen sich untereinander und mit der Natur solidarisieren. Kleine und mittlere Unternehmen nachhaltige Konzepte etablieren. Solidarität unter den Kleinen muss anstelle des Konkurrenzkampfes treten, an dessen Ende nur ein paar wenige Große als Gewinner stehen. Das Fundament der Weltgesellschaft muss sich regional grundlegend neu organisieren, im vollen Bewusstsein globaler Verbundenheit und Verantwortung.

 

 

Was kann jeder Einzelne von uns tun?

 

  • Bleiben wir öfter Zuhause – mit oder ohne Corona.
  • Vermeiden wir Flüge und Autofahrten wo es nur geht.
  • Kaufen wir weniger Dinge und bezahlen mehr für gutes Bio-Essen. Der eigene Körper ist die beste Geldanlage!
  • Ziehen wir unser Geld und damit unsere Energie aus den großen Finanzkreisläufen der spekulativen Weltwirtschaft. Unterstützen wir die kleinen Bauern, Handwerker und Händler.
  • Schützen wir die Natur vor unserer Haustüre, wie überall auf der Welt, durch Konsumverzicht und / oder der Förderung von ökologischen Anbau- und Produktionsmethoden durch kluge und faire Kaufentscheidungen.
  • Organisieren wir uns in kleineren, persönlich überschaubaren Kreisen. Tauschen und teilen wir miteinander Gedanken und Gefühle. Teilen wir unsere Gartenfrüchte, unser Werkzeug, unser Können und unser Wissen, im Bewusstsein, dass wir gemeinsam stärker und freier sind.
  • Setzen wir klare Zeichen bei den nächsten Wahlen. Bringen wir Parteien mit neuen, ökologischen und sozialen Ideen nach oben. Der Bundestag muss dringend entstaubt werden.
  • Sprechen wir mehr miteinander. Mit unseren Nachbarn, mit den Händlern und Dienstleistern. Laden wir alle persönlich dazu ein, einen lebenswichtigen, evolutionären Schritt zu gehen.
  • Wir müssen die Problematik des Artensterbens thematisieren. Machen wir die Zerstörung der Erde als Folge unserer raubtierkapitalistischen Lebensweise überall zum Thema Nummer eins.

 

Wir sind der Wandel. Es ist möglich.

 

Wenn wir bereit sind, auf Überfluss zu verzichten, werden wir den gesünderen Luxus von freier Zeit, von wahrhaften Freundschaften, von Sonnenuntergängen, Vogelgesang und innerer Ausgeglichenheit geschenkt bekommen. Neue Freiheit und bessere Gesundheit werden uns zufriedener machen als zuvor, wenn wir naturgemäßer und somit artgerechter Leben.

Lasst uns mutig sein. Beenden wir das System der Ausbeutung, bevor es uns beendet.

Lasst uns diese Pause kreativ nutzen und Zeichen des Wandels setzen, klarer und entschlossener als je zuvor.

Es gilt. Heute mehr denn je. Wir sind der Virus. Und wir sind die Heilung!

 

Wenn du diesen Worten zustimmst, teile bitte dieses Schreiben überall.

Danke für die Aufmerksamkeit,

Christian Siry, Erdenbewohner. 

 


Christian Siry ist Autor des Buchs »Holy Bearshit – Eine abenteuerliche Reise auf der Suche nach den letzten Bären Europas«. Er lebt im Pfälzer Wald auf einem nahezu autarken Selbstversorgerhof.

Mehr Infos zu Christian gibt es hier.


Einige Quellen und Literatur dazu:

»Das Ende der Evolution« Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe

»Das große Insektensterben« Eva Rosenkranz, Andreas Segerer

»Die Grenzen des Wachstums« Club of Rom

»Die Menschheit schafft sich ab« Harald Lesch, Astrophysiker, Philosoph

»Die Hälfte der Erde« Edward O. Wilson, Evolutionsbiologe

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Kommentare: 6
  • #1

    Sarah (Montag, 20 April 2020 08:17)

    In einigen Punkten hat er sicherlich recht, aber zu schreiben „Was Besseres konnte uns nicht passieren“ finde ich, vorsichtig formuliert, schwierig. An diesem Virus sterben jeden Tag tausende Menschen! Was ist daran gut? Wir haben das Glück, in einem Staat und einer Gesellschaft zu leben, in der wir das Virus und seine Folgen vergleichsweise gut überstehen werden. In einem autoritären Staat oder einem Staat mit unzureichendem Gesundheitswesen oder einem überfüllten Flüchtlingslager sieht das schon anders aus. Man ist unglaublich privilegiert, wenn man so eine Situation als Chance begreifen kann, das sollten wir nie vergessen.

  • #2

    Christian (Montag, 20 April 2020 08:19)

    Liebe Sarah
    Gut daran ist, das doch viele Menschen jetzt offener sind, diese Lebensweise die wir hier führen, zu hinterfragen. Täglich sterben 100 000 Menschen an Hunger und Nahrungsmangel. Tausende Menschen sterben täglich durch Verkehrsunfälle. Zehntausende durch Krieg und Flucht. In den ärmeren Zonen der Erde sterben Tausende täglich an Malaria und Co. Das schlucken wir selbstverständlich, reisen durch solche Länder und machen schöne Fotos.
    Es ist gut, das wir Priviligierten im Speckgürtel der Welt zum Innehalten gezwungen werden. Scheinbar und leider geht es wohl nur so, wenn es auch ein bißchen weh tut. Solange nichts an unserer eigenen Haut kratzt, spenden wir Almosen und machen einfach immer weiter wie bisher, weil es für uns selbstverständlich ist.
    Keine Ahnung ob du dich schon mal mit dem globalen Massenaussterben beschäftigt hast. Da gehen nicht nur ein paar bunte Frösche im Amazonas dahin... Ich weiß auch nicht, ob Dir bewusst ist, was passiert, wenn die Menschheit so weiter macht wie bisher. Anhand vieler wissenschaftlich sehr gut belegter Fakten kann man das sehr einfach hochrechnen. Corona ist dann tatsächlich ein Husten, im Gegensatz zu einem Herzinfarkt. Das meine ich damit, wenn ich provokant schreibe: Was besseres konnte uns nicht passieren.
    Warum gibt es diese Flüchtlingslager?
    Warum sind andere Länder so arm und andere so reich?
    An dem Virus des imperialen Kapitalismus sterben täglich so unfassbar viel mehr Menschen. Es sterben die Tiere und es brennen die Wälder. Entschuldigung wenn ich immer wieder darauf aufmerksam mache. Auf Corona wird medial die ganze Aufmerksamkeit und das große Bedauern gelenkt. Ich wünsche mir dies auf lebenswichtigeren Gebieten.
    Mir ist es in diesen Tagen, als brenne vor unserer Haustüre die Fußmatte und die Feuerwehr rückt an, um sie zu löschen, während über uns das Dach brennt und keiner schaut hin.
    Es ist eine große Chance, aufzuwachen aus unserem Saus und Braus und die Welt positiv zu verändern. Und das ist in erster Linie die Pflicht derer im priviligierten Speckgürtel, eben weil die es sich 'leisten' kkönnen. Wie z.B. auch ich, wenn ich auf meinem Laptop bei Biokaffee aus Afrika diese Worte schreibe, weil ich Zeit dafür habe, und nicht drei Kilometer zur nächsten Wasserstelle laufen muss und Hunger habe.
    PS: Meine Mutter ist 76. Eine Frau vom Land, die imme rim gleichen Dorf gelebt hat. Sie sagt: "Ich habe mein Leben gelebt. Ob ich an Corona sterbe oder an was anderem. Morgen oder in fünf Jahren. Ich bin alt. Ich darf gehen. Aber das es keine Bienen mehr in meinem Kirschbaum summen, das macht mich traurig."
    Lieber Gruß, Christian

  • #3

    Sarah (Montag, 20 April 2020 08:20)

    Lieber Christian, danke dass du dir Zeit genommen hast, zu antworten. Ich habe acht Jahre lang für die Grüne Partei im deutschen Bundestag gearbeitet und täglich dafür gekämpft, dass Klima-, Umwelt- und Naturschutz sowie soziale und globale Gerechtigkeit im Bewusstsein der Menschen ankommen.
    Aber mir ist jedes Menschenleben gleich viel wert! Und ich kann mich nicht über ein Ereignis freuen, das Leben kostet und Existenzen vernichtet - überall auf der Welt. Wie bei jeder globalen Krise werden auch jetzt die Ärmsten und Schwächsten am stärksten leiden. Das kann und will ich nicht gut heißen.
    Aber vielleicht diskutieren wir ja irgendwann mal persönlich bei einem Bio-Bier über diese Dinge �
    PS: Mein Schwiegervater ist auch 76, vermisst die Bienen ebenfalls, will aber trotzdem noch lange ein zufriedenes Leben führen.

  • #4

    Christian (Montag, 20 April 2020 08:21)

    Liebe Sarah
    Es regt mich sehr an, unser kleiner Schriftwechsel. Danke! Ich freue mich tatsächlich darüber, den Hintergrund meines provokanten Statements näher zu erklären. Es hilft mir selbst, mehr zu verstehen.
    Natürlich springe ich nicht lachend um die Särge. Nur sehe ich da gerade eben zweierlei Maß. Wie ja schon geschrieben: Die täglichen Toten in der ""dritten Welt"", werden ignoriert hingenommen, und nun das kollektive Volksbedauern wegen Corona. Man geht jetzt ja schon davon aus, das in den ärmeren Ländern wesentlich mehr Menschen an den wirtschaftlichen Folgen dieser Krise sterben werden als an der Krankheit, die nun mal nachweislich hauptsächlich Alte und Geschwächte trifft. Aber ja, ich gebe zu, das mir ein Kinderleben mehr wert erscheint als das eines Alten! Das sehe ich so. Und ich wünsche jedem alten Menschen die Reife, dies für sich auch so sehen zu können.
    Vielelicht hilft dabei das Bewusstsein, das dieses Leben nicht alles ist. Das es ein Werden und Vergehen in einem großen Kreislauf ist. Und in diesem ist von oben gesehen alles Leben wichtig. Und alles Sterben. Die Balance hält diesen Kreislauf seit Milliarden von Jahren aufrecht. In diesen Zeiten stimmt sie nicht mehr. Wir sind in kurzer Zeit zuviele geworden, und dafür musste anderes radikal schwinden. Das kann ich, auch als einer von der vorherrschenden Spezies, nicht gut finden. Vielelicht auch weil ich den eigenen Ast unter der Gesamtlast knacksen höre.
    Wir Menschen müssen uns ehrlich eingestehen, das endloses Wachstum, sei es wirtschaftlich oder das der eigenen Population, nicht möglich ist und Maßlosigkeit am Ende uns selbst hart treffen wird. Ich weiß, das ich damit gegen Glaubensdogmen unseres Krone der Schöpfung- Kultes/Mythos verstoße. Ich helfe auch gerne jedem Menschen und von meiner kleinen Menschwarte aus kann ich keinem Marienkäfer beim Ertrinken zu sehen. Dennoch: Ich mache mir Sorgen um das Ganze, auch über meine eigene Lebensspanne hinaus. Im Bewusstsein, das jeder Mensch wichtig ist. Das jedes Tier wichtig ist und jeder Baum.
    Wir Menschen müssen wieder bescheidener werden. Uns als Ganzes begreifen. Und als Eines in Allem. Das Kollektiv ist entscheidender als das Individuum. Das wussten alle Mitglieder eines Stammes. Denn dann können wir tausende und zehntausende Jahre auf der Erde gut leben. Das ist meine Intension. Ich gehe in die Annahme dessen, was passiert und begreife es als Chance für uns Menschen, heiler und ganzer daraus hervorzugehen. Bewusster unserer Zerbrechlichkeit und unserer Verantwortung.
    Ich stelle das Biobier schon mal kalt. Eigentlich glaube ich, das wir gar nicht so weit auseinan der liegen. Danke für den Austausch! Und ich wünsche deinem Schwiegervater und meiner Mutter gerne noch ein langes Leben mit Bienen!

  • #5

    Malina (Sonntag, 26 April 2020 15:00)

    Hallo Christian,
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin von Menschen umgeben, die unbedingt wieder in die "Normalität" wollen - in Ihr Luxusleben auf Kosten von anderen Menschen und der Natur ... Tja, dieses Jahr vielleicht mal keine Kreuzfahrt und keinen Flug. Die eigenen Kinder mal nicht nur in Fremdbetreuung ( um dann wieder auf die furchbaren Erzieher und Lehrer meckern zu können)... Das bringt einige Menschen wirklich an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
    In meinem Umfeld bin ich mit meiner Familie gerade eine exotische Gattung. Wir geniessen die Zeit mit unseren Kindern. Wir haben Freude daran, unsere Kinder beim Lernen zu unterstützen. Sie können in ihrem Tempo lernen, Wissen aufnehmen und sind verbunden mit der Natur. Vielleicht ist es eine Chance zu erkennen, dass es wieder kleine Gemeinschaften geben kann, kleine Dorf-Kitas, kleine Schulen.
    Ich habe Verständnis für Familien, die schon jetzt sehr wenig haben und sehr beengt leben. Für diese Menschen setze ich mich auch gern ein und unterstütze sie.
    Grüße Malina

  • #6

    Ramona (Dienstag, 28 April 2020 12:12)

    Liebe Malina,
    vielen Dank für deinen Beitrag! In meinem Freundes- und Bekanntenkreis beobachte ich zur Zeit tatsächlich beides: Familien, die der Belastung, Jobs im Homeoffice und gleichzeitig zwei Kinder zuhause zu betreuen, nicht mehr lange standhalten. Aber eben auch die, die sagen, dass diese Zeit wie ein kleines Geschenk für sie ist, da sie selten so viel Zeit als Familie gemeinsam haben, ohne das Eingebundensein in die Gegebenheiten und Abläufe des „normalen“ Alltags. Ich hoffe auch, dass wir durch diese Zeit lernen werden, dass es Dinge wie Kreuzfahrten gibt, die wir einfach nicht brauchen und die zudem in keinem Verhältnis zum Schaden an der Umwelt stehen, den sie anrichten.
    Es ist schön zu sehen, dass es auch Menschen wie dich gibt, die nicht nur schimpfen und klagen, sondern auch das Positive an der Situation sehen können. (Was man sicherlich nur kann, wenn man sich nicht mit durch die Corona-Krise verursachten Existenzängsten, seien sie finanzieller oder gesundheitlicher Natur, rumschlagen muss.) Das durch das Virus entstandene Leid ist gerade extrem groß und geht emotional sicherlich an keinem von uns spurlos vorbei. Dennoch finde ich, dass man sich nicht dafür schämen muss, wenn es einem gut geht und man der erzwungenen Ausnahmesituation für sich etwas Gutes abgewinnen kann.

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